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Zur Geschichte des Vereins der
Ehemaligen:
Zur Geschichte des Vereins der
Ehemaligen:
(Seite 22 f) „Im darauf folgenden Jahr, 1907, setzte der
Ausbau der Realschule zur Oberrealschule ein, deren Primaner, 13 an der
zahl, 1910 ins Abitur gingen, von denen 12 die Prüfung
bestanden; daraufhin wurde auch die Oberrealschule als
vollgültige Anstalt anerkannt.
Die Abiturienten des ersten und zweiten Jahrgangs gingen auf Anregung
des Oberlehrers Schnoor daran, einen Verein zu
gründen. Am Sonnabend, dem 31.08.1907 versammelten sich 10
ehemalige Abiturienten im Ratskeller, um den Gedanken des
Zusammenschlusses aller ehemaligen Abiturienten in die Tat umzusetzen.
Eine Kommission arbeitet die Satzungen aus, und so erfolgte am 5.
Oktober 1907 die Gründung der „Vereinigung
ehemaliger Abiturienten des Gymnasiums zu
Neumünster“ im Restaurant Schüssel (Ecke
Kuhberg/Kieler Straße). Die Gründer waren die
Abiturienten von Ostern 1906: Bracker, Christiansen, Holdmann,
Hölck, Rieper, Runge, van der Smissen, Wendl; von Herbst 1906:
Hoeppe, Kähler; von Ostern 1907: Bartram, Bleßmann,
Hinst, Hoffmann, Reichert, Reyer, Schmidt.1910 wurde der verein auch
auf die Abiturienten der Oberrealschule ausgedehnt.
Das Motiv zur Vereinsgründung war nicht die
Anhänglichkeit zur Schule als Institution, sondern der Wille,
die Verbindung zu den ehemaligen Schulkameraden, mit denen man sich
viele Jahre das gleiche Schicksal geteilt hatte, zu erhalten. Die
Stellung des Vereins gegenüber den Lehrern war anfangs recht
schwierig; „eine stark revolutionäre
Tendenz“ herrschte vor, sich völlig von den
ehemaligen Lehrern zu isolieren, bis man schon recht bald in ein
freundliches Verhältnis zu ihnen trat. Viele Lehrer wurden
Ehrenmitglieder des Vereins, so Dr. Prien, Dr. Schnoor und Dr.
Kirmis.“
(S.36 f) „Im Jahre 1919 erstand wieder, wie im Kreidestollen
bei Reims beschlossen, der Abiturientenverein. Auf der ersten
Nachkriegsveranstaltung am 26. April, zu der zwar nur 25 Mitglieder
erschienen, wurden Christiansen zum Ersten Vorsitzenden, v. Ahlften zum
Schriftführer gewählt. An der
Fünfzigjahrfeier der Schule 1921 nahmen schon 500 Ehemalige
teil.
(danach Stiftung Ehrentafel).
S. 43 Mitte:
.
Mit der im Aufbau befindlichen deutschen Schule in Tingleff wurde 1925
ein Patenschaftsverhältnis begründet; viele
Bücher, Karten und physikalische Geräte nahmen von
Neumünster aus den Weg nach Norden, außerdem stellte
man der Schule jährlich 200 Mark und Anteile aus den
Konzertüberschüssen zur Verfügung.
Hart traf alle Menschen und Institutionen die Inflation 1923. Als
segensreich erwies es sich, daß Dr. Heine 1912 eine
Hilfsbücherei eingerichtet hatte, deren Bestand bis 1921 auf
750 Bände angewachsen war. Trotzdem reichte die
Hilfsbücherei nicht aus, weil zu viele Eltern in
dieser Zeit keine Bücher kaufen konnten. Ein Hilferuf, der
daraufhin von der Schule an die bessergestellten Eltern erging, hatte
einen so durchschlagenden Erfolg, daß man den meisten
Schülern helfen konnte.
So traurig ernst der Hintergrund auch sein mag, so liest man doch ein
wenig amüsiert den Bericht des Kassenwarts des
Abiturientenvereins, Piepgras, vom 6. Oktober 1923:
Einnahmen:
127 445 000 Mark
Ausgaben:
13 979 143 Mark
113 465 857 Mark
Am 14. Dezember 1923 läßt er sich das Guthaben auf
dem Postscheckkonto über 756 750 Mark auszahlen. Er erhielt
eine Banknote über eine Million Mark, brauchte aber darauf
nichts zurückzugeben. Am 6. September 1924 hatte Piepgras
wieder 204 RM in der Kasse - jetzt aber Goldmark, wie er erleichtert
feststellte. Der Verein machte in dieser schweren Zeit große
Anstrengungen, um der Not zu steuern. Zum Beispiel studierten seine
Mitglieder das Schauspiel „Alt-Heidelberg" von
Meyer-Förster ein und führten es in
Neumünster und Rendsburg auf. Der
Überschuß von l 250 000 Mark
wurde gestiftet, um die Notlage der Rentner und der Schule zu lindern.
(S. 44, vorher Oberrealschule Englisch und Französisch,
Gymnasium Latein ab Sexta und Griechisch als 2. Fremdsprache):
Diese schwierige Umgestaltung der Organisationsform war Schmitts
vorletztes Werk; sein letztes zukunftweisendes vollbrachte er
am Abend des 20. April 1925, dem Tag seines 25jährigen
Amtsjubiläums. Nach einem feierlichen Akt in der Aula, bei dem
Oberbürgermeister Schmidt im Namen der Stadt, Oberstudienrat
Rudolphi für das Kollegium die Leistungen des Jubiliars
gewürdigt hatten, versammelte sich der
Abiturientenverein im Bahnhofshotel zu einem Festkommers. Schmitts
Dankesansprache klang in dem Wunsch aus, den Abiturientenverein zu
einem Verein aller ehemaligen Schüler erweitert zu sehen und
so eine einheitliche, große Schulgemeinde ins Leben zu rufen.
Diese Anregung wurde noch an demselben Abend in die Tat umgesetzt,
indem einige Ehemalige die Gründung des Vereins beschlossen.
Die Gründungsversammlung fand am 20. Juni 1925 im
Bahnhofshotel in Anwesenheit von hundert Ehemaligen statt. Erster
Vorsitzender wurde Wilhelm Meßtorff, erster
Schriftführer Wilhelm Bartram und Kassierer Karl Barlach. Der
Abiturientenverein ging nicht in dem Verein der Ehemaligen
auf, sondern trat ihm nur für eine jährliche
Beitragspauschale von 50 RM bei. Es bedurfte acht Jahre langer
Verhandlungen, bis sich beide Vereine zu einem einzigen
zusammenschlössen.
Der Abiturienten verein entfaltete damals eine rege Geselligkeit: An
jedem zweiten Sonnabend kam man in Soomanns Hotel zusammen; glanzvoll
war ein Kostümfest im Januar 1925, an dem zum letztenmal Prof.
Schnoor teilnahm. Wichtig war eine Satzungsänderung
vom Herbst 1925, nach der der Zweck des Vereins sich nicht mehr auf die
Pflege der Geselligkeit beschränkte, sondern auf die
wirtschaftliche Unterstützung von Schülern und
Ehemaligen erweitert wurde.
1926 legte der langjährige Vorsitzende von Ahlften wegen
Arbeitsüberlastung den Vorsitz nieder. Ich übernahm
Karl Niemax
(S. 60 ) Der Abiturientenverein und der Verein der Ehemaligen bestanden
in dieser Zeit zwar nebeneinander, jedoch war Stadtrat a.D. Wilhelm
Bartram, der Vorsitzende des V.d.E., unermüdlich
tätig, um die Verschmelzung beider Vereine zu erreichen.
Schritt für Schritt mußten die Widerstände
vor allem auf Seiten des Abiturientenvereins überwunden
werden, der noch am 8. Oktober 1932 sein 25. Stiftungsfest feierte. Am
22. Oktober sollte der Vorstand des V.d.E. neu gewählt werden.
Bartram verzichtete selbstlos auf den Vorsitz und setzte durch,
daß statt dessen Karl Niemax, der Vorsitzende des
Abiturientenvereins, auch zum Vorsitzenden des V.d.E. gewählt
wurde, er selbst begnügte sich mit dem Amt des
stellvertretenden Vorsitzenden. Kassierer blieb Hermann Gottschalck,
Schriftführer Willy Bohne.
Am 11. November 1933 gaben dann endlich beide Vereine auf einem
Konvent ihre Zustimmung zur Verschmelzung; der neue
Gesamtverein erhielt den Namen „Verein alter
Holstenschüler“.
Seit 1930 tagten die Ehemaligen regelmäßig bei
Knickrehm, jener alten gemütlichen Gaststätte am
Kuhberg bei der Schwalebrücke, die seit Jahrzehnten
mit den Holstenschülern verbunden war wie das Tivoli oder das
Bahnhofshotel. Die Bomben des zweiten Weltkrieges haben sie alle drei
vernichtet. Als Hein Knickrehm 1933 starb, erhielt er einen
Nachruf in der Schulzeitung.
In die Schule wirkten die Ehemaligen hinein, indem sie in jedem Jahr
zahlreich zum Tag der Holstenschüler erschienen und
aus diesem Anlaß regelmäßig
an tüchtige Schüler Buchpreise verliehen. Die Namen
der so Ausgezeichneten veröffentlichte die Schulzeitung in
einer „Ehrentafel“.
Lange rang der Verein um die Vergabe eines Stipendiums an einen
ehemaligen Holstenschüler, aber sooft auch dieser
Plan erörtert wurde, scheiterte seine Durchführung an
der unzureichenden Kassenlage. Erst bei der Sechzigjahrfeier
im Januar 1931 konnte zum erstenmal, und von da an jährlich
wieder, eine Ausbildungsbeihilfe von 300 RM im Jahr ausgesetzt werden.
(S. 88) Schneller ging es mit der Neugründung des Vereins
alter Holstenschüler:
Im Herbst 1948 geplant, wurde sie am 21. Mai 1949 unter
Piepgras´Leitung in Harms` Gasthof vollzogen, so
daß am 7. Januar 1950 zum erstenmal der Verein am
„Tag der Holstenschüler" wieder an die
Öffentlichkeit treten konnte. Nach alter Sitte wurden
Schüler für gute Leistungen mit Buchprämien
belohnt.
(S.119) Inzwischen hatte eine Kommission des Kollegiums einen Vertrag
zwischen Schulleitung und Redaktion ausgearbeitet, der diese lediglich
verpflichtete, bei kritischen Artikeln den angegriffenen Personen die
Gelegenheit zu geben, in demselben Heft eine Gegendarstellung zu
veröffentlichen, im übrigen sollten die Herausgeber
freie Hand haben. Trotzdem war die Schulzeitung nicht zu retten. Es
fand sich niemand mehr bereit, die arbeitsreiche und undankbare Aufgabe
eines Chefredakteurs zu übernehmen. Mit der Nr. 108 hatte die
vierzigjährige Geschichte der Schulzeitung ihr Ende gefunden.
Die Parallelzeitung des Vereins alter Holstenschüler erlitt
dasselbe Schicksal. Die fortwährend steigenden Druckkosten
zwangen Neve, das Blatt nur noch zweimal und schließlich,
auch durch sein Alter bedingt, nur noch einmal im Jahr herauszugeben.
Am 10. Januar 1968 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt,
mußte aber die Redaktion seiner Zeitung aufgeben. Der neue
Vorsitzende des Vereins, Dr. Rocke, beschloß,
künftig die Schulzeitung finanziell mitzutragen und
sie den Ehemaligen als Nachrichtenblatt zuzusenden. Als dann auch diese
ihr Erscheinen einstellte, erhielt der Vorstand die Verbindung mit den
Ehemaligen durch ein eigenes Mitteilungsblatt jeweils zum Jahresende
aufrecht.
Am 11. Dezember 1968 starb Hein Neve und wurde in Schleswig beigesetzt.
Dr. Suhren, der langjährige Vorsitzende des Vereins alter
Holstenschüler, wurde Ehrenvorsitzender.
Vorsitzende
des Vereins alter Holstenschüler Abiturientenverein
1907
Holdmann
1919
Christiansen
1924
Wilhelm v. Ahlften
1926 Karl Niemax
Verein
der Ehemaligen
1925
Wilhelm Meßtorff
1926
Wilhelm Bartram
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